Der Generalangriff auf Rekordmeister THW Kiel ist abgeblasen. Schon nach zwölf Spieltagen ist das Titelrennen in der Bundesliga nur noch ein Duell.
Nach der unerwarteten 26:30- Heimschlappe der Rhein-Neckar Löwen gegen die SG Flensburg-Handewitt kann nur noch der HSV Hamburg als Tabellenzweiter den Kielern Paroli bieten. Der Titelverteidiger baute seine Erfolgsserie aus. Nach missratener erster Halbzeit feierte die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason mit dem 32:25-Arbeitssieg gegen die HSG Wetzlar den elften Sieg im zwölften Spiel und unterstrich mit 23:1 Punkten ihre nationale Ausnahmestellung.
Altmeister VfL Gummersbach kletterte zwar mit einem 31:29 gegen GWD Minden auf den dritten Rang vor den Löwen, doch gegen das Kellerkind tat sich die Mannschaft von Trainer Sead Hasanefendic mehr als schwer. 'Wir sind Dritter. Da brauchen wir jetzt nichts zu kritisieren. Das sind die Spiele, die man halt gewinnen muss, auch wenn es nicht so gut läuft', meinte VfL-Akteur Viktor Szilagyi. Verfolger Frisch Auf Göppingen patzte ebenfalls in dieser Woche beim 26:28 bei der MT Melsungen und hat bereits sechs Zähler Rückstand auf den THW. Wie Göppingen und die Löwen hat der TBV Lemgo 17:7 Punkte, nachdem sie beim TSV Dormagen leichtes Spiel hatten und zu einem überlegenen 38:26-Sieg kamen
Auch die zu Saisonbeginn hoch eingeschätzten Berliner vergaben mit einem Fehlstart in die Spielzeit alle Ambitionen für ganz oben. Dennoch waren die Füchse die 'Mannschaft der Woche': Erst siegten sie in einer hartumkämpften Begegnung mit 24:23 bei Schlusslicht HBW Balingen, dann legten sie mit einem souveränen 31:25-Erfolg bei MT Melsungen nach. Sorgen machen sich die Berliner trotzdem. Markus Richwien muss mit Verdacht auf Schweinegrippe das Bett hüten. Die Begegnung der zweiten Mannschaft der Füchse wurde am Wochenende bereits wegen vier bestätigter Krankheitsfälle abgesagt.
Aufsteiger TSV Hannover-Burgdorf verpasste die Überraschung bei TuS N-Lübbecke nur knapp, darf sich dennoch nach dem 24:24 über einen Punkt freuen. Vor 2180 Zuschauern führte der Gast aus Niedersachsen fünf Minuten vor Schluss noch mit 24:20. Dann klappte plötzlich nichts mehr. Arne Niemeyer gelang 30 Sekunden vor der Schlusssirene der Ausgleich für die Ostwestfalen. 'Das war ein sehr glücklicher Punkt für uns. Wir haben über weite Strecken nicht gut gespielt. Am Ende haben meine Spieler aber gut gekämpft, und dafür muss ich sie loben', sagte TuS-Trainer Patrick Liljestrand.
Der TV Großwallstadt hat seinem künftigen Trainer Michael Biegler vom SC Magdeburg ein vorgezogenes Begrüßungsgeschenk verwehrt: Die Mainfranken besiegten die Bördeländer mit 32:30. Es war das erste Duell beider Clubs, seitdem SCM-Coach Biegler erklärt hatte, zum 1. Januar nach Großwallstadt zu wechseln. TV-Coach Peter David sprang nach dem Sieg gegen seinen zukünftigen Chef wie ein Wilder über das Parkett. 'So eine tolle Stimmung habe ich während meiner TVG-Zeit noch nie erlebt', meinte David.
Quelle: sport.de | Foto:dpa